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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Töpchin: Heeresmunitionsanstalt



Raduga
28.02.2006, 23:43
Ich hatte gehofft, das jemand sich mit der Muna Töpchin beschäftigt hat.Hier fehlen mir jegliche Hinweise.Diese Muna stand in enger Verbindung mit der Muna Altes-Lager.
Hier möchte ich einwenig weiter ausholen, um die Geschichte darzustellen.
Der erste Hinweis auf Munitionslager auf dem TÜP Jüterbog stammen aus dem Jahre 1894. Auf einer Karte in diesem Jahr ist ein Pulverhaus verzeichnet, welches sich an der gleichen Stelle befand wie die jetzige Heeresmunitionsanstalt.
Die Muna wurde bis 1945 ständig erweitert.Die größte Erweiterung fand um 1930 statt. Während dieser Zeit wurde auch eine unterirdische Beschußanlage gebaut.
Um die Zuführung von Munition von den Herstellern zu gewährleisten wurde die Muna mit einem Gleisanschluß an die Bahnstrecke Jüterbog - Potsdam versehen. Der Bahnhof Tiefenbrunnen gewährleitete die Einfahrt der Züge von Potsdam kommend und der Bahnhof Altes-Lager die Einfahrt von Jüterbog kommend.Nach dem Abzugder russischen Streitkräfte wurden ,trotz Demontage noch insgesamt rund 15 km Gleis vorgefunden.
Die Munition wurde in dafür vorgesehene Hochbunker/Munitionsschuppen eingelagert.Diese waren von der Bodenplatte her aus Stahlbeton gegossen. Der Aufbau selbst wurde in Leichtbauweise errichtet.Hier wurde die angelieferte Munition eingelagert und zum Weitertranport zum III. AK vorbereitet.
Der Muna war eine Füllanalge angegliedert. Diese hatte gesonderte Gebäude für die Lagerung der dort gefertigten Geschosse.Hier war ebenfalls ein Gleisanschluß vorhanden.
Die Befüllung der Granatkörper erfolgte in sogenannten Schmelz und Gießhaus.
Der Sprengstoff, hier TNT, wurde in fester Form angeliefert.Er war in Kisten verpackt.In der Regel waren in einer Kiste 50 kg Sprengstoff.TNT hat einen Schmelzpunkt von 80 Grad C. Mittels eines Fahrstuhles wurden die Kisten in die oberste Etage des Füllturms befördert.Hier wurde der Schmelzprozeß eingeleitet.Über Rohrleitungen gelangte der Sprengstoff in die Gießhalle/Gießhaus. Hier wurden die Granaten befüllt. Diese wurden bevor sie mit Sprengstoff gefüllt wurden , in einer Anlage erwärmt.Danach kamen die befüllten Grananten in die Heizgitterhalle.Hier kühlte die Granate samt Füllung
kontrolliert ab.Verweildauer ca. 2 h. Danach wurden die die Granaten in das sogenannte Abschraubgebäude gebracht.Hier wurden die sogenannten Füllschrauben entfernt.Danach erfolgte das Fertigmachen,Verpackung, Abnahme und der Versand.Bilder werden nachgereicht und eine Ergänzung folgt.

Raduga

Raduga
28.02.2006, 23:58
Hier einige Fotos vom Füllturm/Gießhaus.

Raduga

XS-Sandmann
29.04.2009, 18:17
Gibt es Bilder zu Töpchin und ne Wegbeschreibung?

Kenne bisher lediglich nur das alte Sandwerk in Töpchin was auch relativ interessant ist jedoch soll es ja einiges bei und um Töpchin geben bis zur Grenze nach Wünsdorf ?!?

Bitte mal einige Punkte angeben, sofern man was weiss, weil wohne in dieser Ecke und kenne da rein garnichts !

Waldwichtel
29.04.2009, 22:20
Einfach mal hinfahren und schauen...

Dauerausstellung Heeres Munitions Anstalt Töpchin


Anschrift: Dauerausstellung Heeres Munitions Anstalt Töpchin
In der Muna 12
15749 Töpchin
Telefon: 033702-65451

Gruss

XS-Sandmann
29.04.2009, 22:40
Danke dir, mal bei Zeit hin schauen!