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Thema: Bochum: Zwangsarbeiterlager Bergener Straße 116a-i

  1. #1
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    Bochum: Zwangsarbeiterlager Bergener Straße 116a-i

    Im Stadtteil Bochum-Hiltrop befindet sich ein weiteres, heute weitgehend erhaltenes Zwangsarbeiterlager. Das Lager wurde 1941/ 42 für Zwangsarbeiter der nahe-gelegenen Zeche Constantin errichtet und besteht aus mehreren Steinbaracken, die weitgehend gleich aufgebaut waren. Äußere Kellerzugänge konnte ich nur bei einer Baracke feststellen. Hinweise auf LS-Einrichtungen habe ich nicht finden können. Das Gelände wird heute als Wohnanlage genutzt. Weitere Details hier:
    http://www.lwl.org/LWL/Kultur/fremde...Bochum-Hiltrop

    Gruß Klaus

    Bild 1: Dieses Gebäude unterscheidet sich baulich von den übrigen und fungierte als Wachgebäude
    Bild 2: hier sieht man den Appellplatz vor dem Wachgebäude
    letztes Bild: einziges Gebäude mit Kellerzugang
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    Geändert von klausm (19.10.2011 um 11:20 Uhr)

  2. #2
    Moderator Avatar von Sven K.
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    Ich sehe da Ähnlichkeiten mit dem Zwangsarbeitslager in Berlin- Schöneweide. Die frühe Bauweise war meist mit Ziegel. Erst später wurden unter Zeitdruck und Materialmangel nur noch Holzbaracken gebaut. Im Zwangsarbeitslager in Schöneweide gab es unter einer Baracke einen Luftschutzkeller.

    Gruß Sven!

  3. #3
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    Zitat Zitat von Sven K. Beitrag anzeigen
    Ich sehe da Ähnlichkeiten mit dem Zwangsarbeitslager in Berlin- Schöneweide. Die frühe Bauweise war meist mit Ziegel. Erst später wurden unter Zeitdruck und Materialmangel nur noch Holzbaracken gebaut. Im Zwangsarbeitslager in Schöneweide gab es unter einer Baracke einen Luftschutzkeller.
    Die Ähnlichkeiten sind mir auch aufgefallen. In Schöneweide gibt es ja mittlerweile eine gut gemachte Ausstellung im museal genutzten Teil zum Thema Zwangsarbeit (die sich nicht nur auf Berlin beschränkt). Beim Tag des offenen Denkmals in 2010 habe ich mir die Anlage angesehen und könnte mir auch einen der vorhandenen Luftschutzkeller ansehen. Diese finden sich unter mehreren Baracken (komplette Unterkellerung) und im gezeigten LS-Keller wurden sogar noch handschriftliche Inschriften von Zwangsarbeitern an den Wänden gefunden und konserviert.

    Grund für den Bau der Steinbaracken war in Berlin übrigens der Brandschutz, da sich das Lager mitten in einem Wohngebiet befand.

    Werde demnächst mal auch ein paar Bilder zu diesem Lager posten, damit man sich ein Bild machen kann. Der nördliche Teil (jetzt Museum) zeigt sich noch in einer geschlossenen Formation, während durch die spätere Nachnutzung im übrigen Bereich (Kindergarten, Kfz-Werkstatt) der geschlossene Charakter etwas verloren ging (hier befindet sich aber die Baracke mit dem begehbaren LS-Keller und im Gebäude noch wenige Spuren der damaligen Raumnutzung. Die Ausstellung in Nierschöneweise versteht es übrigens gut auch die Spannbreite der Zwangsarbeit in Deutschland (unterschiedliche Behandlung der Zwangsarbeiter je nach Herkunftsland, Aufbau der Lager, Agieren der Wachmannschaften, Versorgung...) darzustellen, aber dazu später mehr.

    Gruß Klaus
    Geändert von klausm (12.10.2011 um 08:49 Uhr)

  4. #4
    Administrator Avatar von Martin K.
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    Zitat Zitat von klausm Beitrag anzeigen
    Die Ausstellung in Niederschöneweise versteht es übrigens gut auch die Spannbreite der Zwangsarbeit in Deutschland (unterschiedliche Behandlung der Zwangsarbeiter je nach Herkunftsland, Aufbau der Lager, Agieren der Wachmannschaften, Versorgung...) darzustellen, aber dazu später mehr.
    Diesen Aspekt finde ich überaus spannend. Leider wird in meinen Augen immer zu wenig differenziert um welche Art von Arbeitslagern es sich handelt wenn man wie in Bochum oder Berlin auf noch fast vollständig vorhandene Gebäudestrukturen trifft oder einfach nur noch Fundamentreste vorfindet. Es gab ja verschiedenste Kategorien von Fremd- und Zwangsarbeitern im Dritten Reich.

    Beste Grüße
    Martin

  5. #5
    Moderator
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    Zitat Zitat von Martin K. Beitrag anzeigen
    Leider wird in meinen Augen immer zu wenig differenziert um welche Art von Arbeitslagern es sich handelt wenn man wie in Bochum oder Berlin auf noch fast vollständig vorhandene Gebäudestrukturen trifft oder einfach nur noch Fundamentreste vorfindet. Es gab ja verschiedenste Kategorien von Fremd- und Zwangsarbeitern im Dritten Reich.
    Hier hat man in Berlin einen guten Weg gefunden, wie ich finde. In der Baracke 13 hängen in verschiedenen Räumen Tafeln mit den Aussagen von Zwangsarbeitern/ Zwangsarbeiterinnen aus verschiedenen Lagern in einem speziellen Kontext (Bewachung, Versorgung, Arbeit, Umgang mit den Zwangsarbeitern...). Die aufgezeigte Spannbreite ist erstaunlich und einige Aussagen haben mich überrascht. Neben den verschiedenen Lagerkategorien kommt aber auch klar zum Tragen, dass die handelnden Personen (Wachmannschaften, Kommandant) eine entscheidende Rolle spielten und die vorhandenen "Spielräume" für oder gegen die Häftlinge ausgenutzt werden konnten und wurden. Lager war also nicht gleich Lager, wenn auch allen gemeinsam ist, dass dort Menschen gegen ihren Willen festgehalten und zur Arbeit gezwungen wurden.

    Gruß Klaus

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Büttner
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    Zitat Zitat von klausm Beitrag anzeigen
    Die aufgezeigte Spannbreite ist erstaunlich und einige Aussagen haben mich überrascht. Neben den verschiedenen Lagerkategorien kommt aber auch klar zum Tragen, dass die handelnden Personen (Wachmannschaften, Kommandant) eine entscheidende Rolle spielten und die vorhandenen "Spielräume" für oder gegen die Häftlinge ausgenutzt werden konnten und wurden.
    Das stellte ich auch fest nach Erstlesung eines durchaus interessanten Buches zum Thema Zwangsarbeit in Berlin. Liegt auf Nachttisch am anderen Bett. Entsprechende Angabe liefere ich nach.
    Rote Plätze: Online-Update (5) vom Februar 2010 Luftfahrtpublizistische Referenzen: www.flugschrift.net

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Büttner
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    Anderer Nachttisch:
    Zwangsarbeit in Berlin 1938-1945
    Herausgegeben vom Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen
    Metropol Verlag
    Berlin 2003
    ISBN 3-936411-11-5

    342 Seiten!
    Rote Plätze: Online-Update (5) vom Februar 2010 Luftfahrtpublizistische Referenzen: www.flugschrift.net

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