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Thema: Ludwigsfelde: Luftschutzbunker auf dem Gelände ehem. Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerk

  1. #1
    Moderator Avatar von Sven K.
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    Ludwigsfelde: Luftschutzbunker auf dem Gelände ehem. Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerk

    Der Historiker und Autor Rainer Karlsch hat unter dem ehemaligen Werksgelände der Daimler-Flugmotorenwerk Genshagen eine Luftschutzanlage gefunden.

    http://www.maerkischeallgemeine.de/c...d-Es-gibt.html

    Gruß Sven!

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von jollentreiber
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    Schwarze Betonsegmente enden im Sand, wo der Tunnel in den letzten Kriegstagen 1945 nicht fertig oder gesprengt wurde.
    Quelle: Auszug Artikel MAZ, 08.12.11

    Sven, danke für den Link.

    Es ist nun die Frage ob die gefundene Anlage wirklich zur Motorenproduktion der Daimler Benz gehörte und/oder ob diese, wie im Artikel beschrieben, erst 1945 erstellt oder nicht fertig gestellt wurde.

    Da für mich im Zusammenhang mit dem Oder-Warthe Bogen auch die U-Verlagerung "Schachtelhalm" (Verlagerung Flugzeugmotorenproduktion Daimler Benz, Werk Genshagen nach Hochwalde OWB) von Interesse ist, sehe ich hier jedoch eine zeitliche Ungereimtheit. Aber wir werden mal sehen was wir noch zusammentragen und in welche Richtung sich der "Bunkerfund" dort in Genshagen noch entwickelt.

    Gerade auch in verschiedenen Archivunterlagen kann man zu dem Thema "Schachtelhalm" und Genshagen einige Erkentnisse gewinnen.
    In einem Besprechungsprotokoll vom 13. April 1944 des Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion (Jägerstab) ist z.B. zur Verlagerung der Produktion aus Genshagen und Untertürkheim folgendes zu lesen.

    Vorgesehende Objekte für die geplante Produktionsverlagerung des Werkes Genshagen mit einem Gesamtbedarf von 70.000m² im April 1944:
    Hochwalde (Festungsfront Oder-Warthe Bogen) 10.000m² (17.000m²) , Falkenhagen (Seewerk) unterirdisch 7.500m² oberirdisch 1.500m², Obrigheim mind. 50.000m², Rote Erde (Stollengrube Minette-Gebiet) 100.000m²

    Zu den weiterführenden Arbeiten im Bezug auf die Verlagerungen kann gesagt werden, das sich die bezugsfertigen Flächen dann so darstellen sollten, das Hochwalde (OWB) bis zum 15. Mai 1944 als erste Anlage mit mind. 4.000m² zur Verfügung stehen muss. Eine weitere Aufstockung auf 10.000 und 17.000m² ist für die Monate Juni und Juli vorgesehen gewesen.
    Für die Unterbringung der Arbeitskräfte sind drei in der Nähe befindliche Lager (es sind vermutlich die Arbeitslager OT-Hochwalde, Engelsgrund I und Engelsgrund II gemeint) mit Hilfe des Gauleiters frei zu machen sind. Nachweislich fanden Wasserbeprobungen bei Tiefbrunnen zur Versorgung der eingesetzten Arbeitskräfte durch eine Berliner Institution bis zum Ende des Jahres 44 statt. Aus diesen Angaben kann eine ungefähre Anzahl der benötigten Arbeitskräfte gezogen werden.

    Aber das (U-Verlagerung "Schachtelhalm") ist ansich ja schon wieder ein neues Thema und kann bei Bedarf hier im Forum auch mal gesondert behandelt werden.


    Der insgesamt vorgesehende Bestand der bezugsfertigen Flächen von 189.000m² für beide Werke sollte bei allen 5 geplanten Verlagerungsobjekten zum November 44 gegeben sein.


    Gruß
    Lutz

  3. #3
    WSG-Moltke
    Gast
    Hallo und servus,
    habe auch diesen Artikel gelesen und kann nur sagen das er zu 90 % stimmt.
    Der Dr. hat und hätte niemals diesen Bunker gefunden, wenn vor Ort nicht schon längst jemand versucht hätte, ihn zu öffnen.
    Genau gesagt vor 10 Jahren.
    Da dieser jemand ein normaler Mitbewohner dieses Erdballs ist und aus der Arbeiterklasse Stammt, war es wie ein anrennen gegen diese Schönen Mühlen.
    Jetzt mußte eine andere Person her und wer eignete sich" dieser Dr. Karlsch".
    Überzeugungsarbeit und mit genug Geschichte ausgestattet hat er es geschafft.
    3 wochen Erdarbeiten legten dann diesen einmaligen Bunker(Luftschutz)frei.Gigantische Ausmaße nur Gänge und eine Achitektur vom einfachsten aber effektivsten.
    Dieser Bunker besteht nur aus vorgefertigten Elementen.
    Was die sich da damals dabei schon dachten??? Warscheinlich aus Erfahrung.
    Er ist wirklich aus dieser Zeit und wurde einen Tag bevor die Sowjets vor der Tür standen ganz geziehlt gesprengt.
    Schachtelhalm und Goldfisch waren da natürlich schon gebaut worden und Aktiv.
    Da dieses Werk aber am Ende keine Flugzeugmotoren mehr baute, denken viele das dort nicht mehr so viel los war.
    Die Produktion wurde dann langsam und schleichend umgestellt auf das Produzieren von Einzelteilen Vom JUMO 004,Schaufeln für diesesTriebwerk.
    Wobei der Jahresausstoß von DB 605D noch beachtlich war.
    1944 10000 Stück trotz erheblicher Zerstörung von oben.
    egal aber ich wollte nur sagen es gibt Zeitzeugen und Aufzeichnungen.

    Bis denne wa

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von jollentreiber
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    Hallo WSG-Moltke,

    erstmal herzlich willkommen hier in der Hiddengemeinde.
    Deine Zeilen weisen auf einiges an Fachwissen zu diesem Thema hin.

    Viel Spaß hier im Forum und Gruß
    Lutz

  5. #5
    Moderator Avatar von Sven K.
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    Jetzt hat der MOZ-Beitrag auch zwei Bilder. Ein Bunker ist das nicht, sondern ein Deckungsgraben aus Fertigelementen. Was mich wundert sind die 15m Erdüberdeckung. Wenn mich nicht alles täuscht waren doch nur maximal 1m erlaubt.

    Gruß Sven!

  6. #6
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    zum Thema Bunker in Ludwigsfelde : mit dem Bau dieses Bunkers wurde bereits 1944 durch eine Firma aus dem Rheinland begonnen. Es wurden unter anderem auch russische Kriegsgefangene für den Bau eingesetzt. Von denen gibt es Aussagen, das sie das Erdreich aus den Stollen fahren und oben auf die Anlage aufschütten mussten. Das erklärt wohl die mehrere Meter hohe Überdeckung . Weiterhin sollen, die inzwischen gesprengten und damit zum Einsturz gebrachten Eingangsstollen auf den ersten Metern zickzackförmig verlaufen sein und in einem zentralen Teil münden. Bei den häufigen Fliegeralarmen wurde die Anlage auch von den Arbeitern der umliegenden Bürogebäude als Luftschutzanlage genutzt. Nach Aussagen von Zeitzeugen saßen die dann in den äußeren Bereichen der Stollen. Bleibt jetzt die Frage , was sich in dem erwähnten zentralen Teil befand und warum diese Anlage 2 Tage vor dem Eintreffen der Russen gesprengt wurde ?
    Spannend, spannend ! Kann mir persönlich nicht vorstellen , das man den Aufwand betreibt um eine """leere Luftschutzanlage""" unzugänglich zu machen. Mir erscheint, dass im Moment der Zugang zur gesamten Anlage noch gar nicht gegeben ist. Der Bunker hatte ja 5 Eingänge die ringförmig um den entstandenen Berg angeordnet waren.

    Grüße an Alle die Interesse an dieser Geschichte haben

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von jollentreiber
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    Zitat Zitat von budelflink Beitrag anzeigen
    ............. Weiterhin sollen, die inzwischen gesprengten und damit zum Einsturz gebrachten Eingangsstollen auf den ersten Metern zickzackförmig verlaufen sein und in einem zentralen Teil münden.
    ........ Der Bunker hatte ja 5 Eingänge die ringförmig um den entstandenen Berg angeordnet waren.
    Hallo budelflink

    Danke für deine Ausführungen und sei herzlich willkommen hier im Hiddenforum.
    Ich hatte gestern ein etwas längeres Gespräch mit WSG-Moltke zum obigen Thema. Er hat das Treiben in den letzten Tagen dort vor Ort beobachtet und aus den Aussagen der an der Ausgrabung beteidigten konnte er wohl selbiges wie von Dir angeführt erfahren.

    Ich würde mich freuen wenn wir uns hier zu dem gefundenen Objekt sowie der Geschichte des Daimler Benz Flugzeugmotorenwerkes Genshagen in Verbindung mit der U-Verlagerung "Schachtelhalm" in die Festungsfront Oder-Warthe Bogen (jetziges Polen) weiter austauschen könnten.

    Danke und Gruß
    Lutz

  8. #8
    Administrator Avatar von Martin K.
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    Ich war ja erstaunt wie viele scheinbar noch original erhaltene Bausubstanz der ehemaligen Daimler-Flugmotorenwerk Genshagen / Ludwigsfelde dort noch erhalten ist und nachgenutzt wird. In welcher Ecke ist denn eigentlich in den vergangenen Tagen der Bunker aufgetaucht?

    Beste Grüße
    Martin

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von vr6treter
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    Hallo,

    woher stammt die Information das die Anlage 2 Tage vor dem Eintreffen der Russen gesprengt wurde, gibt es für diese Aussage eine Quelle??

    Desweiteren sagst du das der Bunker 1944 gebaut wurde von einer Firma aus dem Rheinland! Gibt es auch dafür eine Quelle??

    Die Bauweise mit dem Zickzack hat mit der Minderung der Druckwellen zu tun!

    In eigener Sache möchte ich mitteilen das niemand versuchen muss dort rein zu kommen, die Anlage ist gut gesichert und einen guten Wachdienst gibt es auch vor Ort!

    @Martin..... kannst dich ja mal bei mir melden!

    LG Jörg

    Zitat Zitat von budelflink Beitrag anzeigen
    zum Thema Bunker in Ludwigsfelde : mit dem Bau dieses Bunkers wurde bereits 1944 durch eine Firma aus dem Rheinland begonnen. Es wurden unter anderem auch russische Kriegsgefangene für den Bau eingesetzt. Von denen gibt es Aussagen, das sie das Erdreich aus den Stollen fahren und oben auf die Anlage aufschütten mussten. Das erklärt wohl die mehrere Meter hohe Überdeckung . Weiterhin sollen, die inzwischen gesprengten und damit zum Einsturz gebrachten Eingangsstollen auf den ersten Metern zickzackförmig verlaufen sein und in einem zentralen Teil münden. Bei den häufigen Fliegeralarmen wurde die Anlage auch von den Arbeitern der umliegenden Bürogebäude als Luftschutzanlage genutzt. Nach Aussagen von Zeitzeugen saßen die dann in den äußeren Bereichen der Stollen. Bleibt jetzt die Frage , was sich in dem erwähnten zentralen Teil befand und warum diese Anlage 2 Tage vor dem Eintreffen der Russen gesprengt wurde ?
    Spannend, spannend ! Kann mir persönlich nicht vorstellen , das man den Aufwand betreibt um eine """leere Luftschutzanlage""" unzugänglich zu machen. Mir erscheint, dass im Moment der Zugang zur gesamten Anlage noch gar nicht gegeben ist. Der Bunker hatte ja 5 Eingänge die ringförmig um den entstandenen Berg angeordnet waren.

    Grüße an Alle die Interesse an dieser Geschichte haben

  10. #10
    Erfahrener Benutzer
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    Jörg, auch wenn sich die Frage nicht an mich richtet, bezüglich der Quellen möchte ich nur anmerken, das die damaligen Ortschronisten bereits zu DDR-Zeiten (so gut wie es eben zu jener Zeit möglich war) ein gutes Stück Vorarbeit zum Thema überliefert haben. Zeitzeugen zum Werk gab es und ihre Erinnerungen wurden auch schriftlich fest gehalten. In wie weit diese Unterlagen vollständig dem Stadtarchiv hinterlassen wurden, kann man nur vor Ort in Erfahrung bringen.

    Im Thema Flugzeugmotorenwerk Genshagen hatte ich ja seiner Zeit bereits Andeutungen dazu gemacht.
    Die Pressemeldung, der "gute" Wachschutz und was uns das liebe Gerummel noch so bescheren mag, ändern nichts daran das es sich um eine ganz normale LS-Anlage handelt, wie sie anderen Orts, auch bezüglich der verwendeten Fertigteile mehrfach errichtet wurden.

    Man würd doch sehen, was uns von den Beteiligten präsentiert würd.
    Ich wünsche ihnen jedenfalls das gewisse Maß an geschichtlicher Sachlichkeit und Offenheit ohne Sensationspalaver, schließlich haben sie ja auch in der Vergangenheit die Vorgeschichte der Stadt nie ins Rampenlicht gestellt (was die Beteiligten der Stadt betrifft). Für Ludwigsfelde ist die Zeit eigentlich überfällig, mit etwas mehr Unverkrampftheit bezüglich Rüstung, Zwangsarbeit und Millitärhistorie im allgemeinen aufgeschlossen um zu gehen. Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    Grüße Andy
    hardihase

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